Wie der Airport Wohlstand schafft

Wie der Airport Wohlstand schafft

20.09.2016
Von 100 Euro, die in Bayern erwirtschaftet werden, ist einer auf den Münchner Flughafen zurückzuführen. Aus der Wertschöpfung des Airports ergeben sich wirtschaftliche Effekte in Milliardenhöhe, von denen die Menschen in der Region profitieren.

Flughafen kauft in der Region kräftig ein

1,66 Millionen Brezn, 203.960 Frischeier aus Bodenhaltung, 589.170 Stück Weißwürste: Riesige Mengen an Lebensmitteln aller Art waren auch 2015 wieder nötig, um am Flughafen München den enormen Hunger der Passagiere und Besucher nach bayerischen Spezialitäten zu stillen. Doch satt werden davon nicht nur die Gäste der Airport-Restaurants - sondern auch die Lieferanten: Die Flughafen-Tochter Allresto kauft jährlich für mehr als 16,5 Millionen Euro Lebensmittel ein. Fast alle stammen aus Bayern, etwa die Hälfte von Betrieben aus dem Umland.

Damit Fluggesellschaften, Speditionen, Shops, Gastronomien und andere Unternehmen auf dem Flughafen wirtschaften können, benötigen sie Waren und Dienstleistungen, die sie von außen einkaufen. Die Ausgaben dafür summieren sich zu "indirekten Wertschöpfungseffekten" von mehr als einer Milliarde Euro für ganz Deutschland. Auch davon profitiert die Region mit rund einer halben Milliarde besonders stark - nicht nur bei den Lebensmitteln. Allein die Flughafen München GmbH (FMG, ohne Tochterunternehmen und Großprojekte) erwarb 2015 aus den Landkreisen Landshut, Freising, Erding und der Stadt München Lieferungen und Leistungen in einem Volumen von fast 100 Millionen Euro.

Bruttowertschöpfung des Flughafens von fast 5 Mrd. Euro

Lebensmitteleinkäufe machen nur einen winzigen Teil der wirtschaftlichen Effekte aus, die der Münchner Flughafen in seinem direkten Umland, aber auch in Bayern und dem Rest der Republik hat. Insgesamt beziffern Experten die deutschlandweit entstehende Bruttowertschöpfung des Münchner Flughafens auf fast fünf Milliarden Euro, in Bayern gut 4,1 Milliarden Euro. Der Gesamteffekt in der Flughafenregion liegt bei 3,9 Milliarden Euro. Anders ausgedrückt: Jeder fünfundzwanzigste Euro, der in der Region erwirtschaftet wird, ist auf den Flughafen zurückzuführen. Und für ganz Bayern ist es immer noch jeder hundertste Euro.

Hinter dem komplexen Begriff der "Bruttowertschöpfung" stecken verschiedene wirtschaftliche Effekte: Zunächst erwirtschaften mehrere hundert Unternehmen, die auf dem Flughafengelände tätig sind, einen Mehrwert von rund 2,5 Milliarden Euro. Dieser direkte Effekt beschreibt den Gesamtwert aller am Airport produzierten Leistungen abzüglich der dafür benötigten Vorleistungen.

Mitarbeiter geben mehr als 1 Mrd. Euro in der Region aus

Auch die Mitarbeiter der Unternehmen am Flughafen tragen entscheidend dazu bei, dass die regionale Wirtschaft brummt: Mit dem Geld, das sie am Airport verdienen, erzeugen sie so genannte "induzierte Wertschöpfungseffekte". Sie kaufen Klamotten, gehen zum Friseur, beauftragen Handwerker. Von den 1,6 Milliarden Euro an Gehältern, die 2015 am Airport gezahlt wurden, flossen mehr als eine Milliarde an Mitarbeiter, die in der Flughafenregion wohnen.

Dritte Bahn würde die Wertschöpfung in der Region auf 6 Mrd. Euro erhöhen

Die Region um den Flughafen München könnte in Zukunft noch deutlich stärker als bisher von der Wirtschaftskraft des Flughafens profitieren. Wenn der Airport um eine dritte Start- und Landebahn erweitert wird, rechnet die IHK für 2025 mit einem Gesamtwertschöpfungseffekt von mehr als sechs Milliarden Euro allein in der Flughafenregion. Auch ein paar mehr Brezn, Eier und Weißwürste dürften dann ihren Teil dazu beitragen, dass die Region wirtschaftlich floriert.