Technologischer Fortschritt

Leise Flugzeuge bringen deutliche Entlastung

30.03.2016
Mit dem Einsatz modernster und umweltfreundlichster Flugzeuge wird am Flughafen München eine signifikante Reduktion des Fluglärms erreicht. Das gilt vor allem für den neuen Airbus A350-900, ein Flugzeug, das so sparsam fliegt wie kein anderer Flugzeugtyp und gegenüber vergleichbaren Flugzeugtypen gleich um 30 Prozent leiser ist. Weitere technologische Verbesserungen der neuen Flugzeugtypen senken die Lärmbelastung deutlich, die wichtigsten sind in diesem Artikel zusammengefasst.

Moderne Flugzeugtypen in München

Ab Januar 2017 wird die Deutsche Lufthansa AG die ersten zehn Flugzeuge vom Typ Airbus A350-900 am Flughafen München stationieren, ein Flugzeug, das so sparsam fliegt wie kein anderer Flugzeugtyp und dabei nur noch 2,9 Liter Kerosin pro Passagier und 100 Kilometer Flugstrecke verbraucht. Modernste Rolls Royce -Triebwerke und ein aerodynamisches Design sorgen dafür, dass der A350 gegenüber vergleichbaren Flugzeugtypen laut Herstellerangaben gleich um 30 Prozent leiser ist. Sukzessive sollen damit die in München stationierten Langstreckenflugzeuge vom Typ A340 ersetzt werden. In der Umgebung des Flughafens wird das zu einer deutlich spürbaren Entlastung führen, denn an den Lärmmessstellen wurden bereits Einzelschallpegel des A350 ermittelt, die um -3 bis -6 Dezibel unter dem Vergleichswerten zum A340-600 liegen. Eine Reduktion um 3 Dezibel wird in der Wahrnehmung als eine Halbierung des Lärms empfunden.

Auch die schrittweise Einführung des Airbus A320neo wird sich nach der Auswertung der ersten Messwerte positiv auf die Fluglärmsituation am Flughafen München auswirken. Gegenüber des „normalen“ A320 reduziert sich der Einzelschallpegel des A320neo um bis zu -3 dB(A) bei Start und Landung an den stationären Fluglärmmessstationen des Flughafens München. Wahre Flüsterjets sind auch die „Dreamliner“, mit denen bereits heute die Fluggesellschaften Qatar und ANA am Flughafen München verkehren. Aufgrund vorliegender Messwerte lassen sich bei der Boeing B787-800 Reduktionen der gemittelten Einzelschallpegel um bis zu -7dB(A) gegenüber dem Typenpegel eines A340-600 verzeichnen.

Neuer Triebwerkstyp und aufgestellte Flügelspitzen

Ein Technologiesprung ist den Triebwerksherstellern MTU und Pratt & Whitney mit dem »Getriebefan« gelungen: Bei diesem Triebwerkstyp können die Einzelkomponenten Schaufelblatt-Rad (Fan), Verdichter und Turbine in ihren jeweils optimalen Drehzahlbereichen arbeiten. Laut MTU reduziert sich mit dem Getriebefan beim Start die Lärmkontur um 72 Prozent (siehe Grafik). Übrigens: Der Flughafen München nimmt durch lärmdifferenzierte Landegebühren gezielt Einfluss auf das eingesetzte Fluggerät. Die lärmabhängigen Start- und Landeentgelte können für einen lauten Flugzeugtyp bis zu achtmal teurer sein als für einen leisen.

Auch die Mittelstreckenflugzeuge der Lufthansa vom Typ Airbus A320 fliegen künftig leiser – dank der sogenannten »Sharklets«: Das sind 2,40 Meter hohe Flügelspitzen-Verlängerungen, die nach dem Vorbild der Natur konstruiert wurden. Große Vögel wie der Kranich oder Kondor knicken ihre äußeren Federn nach oben und fliegen somit deutlich energieeffizienter. Am Flugzeug bewirken die Sharklets je nach Streckenlänge bis zu vier Prozent Treibstoffersparnis und einen entsprechend geringeren CO2-Ausstoß. Zudem verbessert sich die Steigleistung des Flugzeugs, wodurch Lärmemissionen beim Start verringert werden.