Der "Hub" gibt Schub

Erfahren Sie, wie ein "Hub" funktioniert

02.10.2015
Wer den Erfolg des Münchner Flughafens verstehen will, muss wissen, wie ein Drehkreuz – neudeutsch: ein »Hub« – funktioniert. Es nützt der Region, der Umwelt und den Airlines. Damit der Münchner Hub diese Zwecke weiter und noch besser erfüllen kann, ist er auf die dritte Bahn angewiesen.

Der "Hub" gibt Schub

Dass man von München aus direkt nach Ancona, Danzig, Tirana oder Montreal fliegen kann, fühlt sich ganz selbstverständlich an – ist es aber nicht: Obwohl die Stadt Hamburg etwas größer ist als München, erreichen seine Einwohner keines dieser Ziele direkt. Insgesamt bietet der Münchner Flughafen mit 228 fast doppelt so viele Nonstop-Verbindungen an wie der Hamburger Airport.

Die Ursache hat nichts mit unterschiedlich ausgeprägter Reiselust in Nord- und Süddeutschland zu tun, sondern mit Drehscheiben-Logik. Neben Frankfurt fungiert München als zweiter deutscher Hub. Hub kommt von »Hub & Spoke«-System, bei dem die Speichen (»Spokes«) die Zubringer für die Nabe (»Hub«) unter anderem für die Lufthansa darstellen. Die Airline steigert damit ihre Effizienz, weil sie über solche Knotenpunkte mehr Ziele mit weniger und besser ausgelasteten Flugzeugen erreichen kann. Ein Rechenbeispiel: Will man sechs Flughäfen direkt miteinander verbinden, braucht man 30 Flüge. Wird hingegen einer davon zum Hub, also zum Umsteigeflughafen, sind nur noch zehn Flüge und damit weniger CO2-Ausstoß nötig, um alle Ziele zu verbinden.

Das Drehkreuz funktioniert künftig nur mit einer dritten Bahn

Nur durch Hubs lassen sich viele Ziele erst wirtschaftlich erreichen. Gäbe es von jedem deutschen Flughafen eine Direktverbindung nach San Francisco, wären die meisten Flüge ebenso leer wie eine S-Bahn, die ohne Halt von Hallbergmoos nach Herrsching fährt. Tatsächlich sitzen in einer Lufthansa-Maschine von München nach San Francisco Passagiere aus rund 40 Zubringerflügen.

Die Münchner profitieren also beim Reisekomfort davon, dass sie unmittelbar an einer Schnittstelle sitzen, die sie direkt in alle Welt bringt. Dem Münchner Flughafen selbst bringt die Hub-Eigenschaft deutlich mehr Flugbetrieb und jährlich 15 Millionen Umsteiger, die im Terminal auch Geld ausgeben – und somit tausende Arbeitsplätze sichern.

Über 32.000 Mitarbeiter arbeiten am Flughafen München daran, dass der Hub reibungslos funktioniert. Allerdings kommt es künftig nicht nur allein auf ihr Engagement an, sondern auch auf die Infrastruktur: Weil viele kleinere Zubringer die großen Langstreckenflieger mit Passagieren versorgen, ist das Verkehrsaufkommen um deren Flugzeiten herum besonders hoch. In München gibt es daher täglich je sechs Rush-Hour-Zeiten für An- und Abflüge. Dann sind beide Bahnen meist voll ausgelastet. Anfragen nach zusätzlichen Flügen müssen bereits heute abgewiesen werden.

Es geht um Arbeitsplätze, Wohlstand und Wertschöpfung

Eine dritte Start- und Landebahn schafft die Voraussetzung, dass Airlines zusätzliche Flugzeuge stationieren und neue Strecken aufnehmen können. Ohne diese Kapazitätserweiterung sind der Drehkreuzstatus des Flughafens München sowie die Wirtschaftskraft, die daran hängt, ernsthaft gefährdet. Die dritte Bahn gäbe weiteren Schub für den Hub – und damit die Gewissheit, dass der Airport seinen Status als Drehkreuz langfristig behält.

Beim Flughafenausbau geht es um die Zukunft des Wirtschaftsstandortes Bayern: um zukunftssichere Arbeitsplätze, weiter wachsenden Wohlstand und steigende Wertschöpfung in der Region.