Finanzierung der dritten Bahn

Aus eigener Kraft

Klare Antwort auf die Frage, wer die dritte Start- und Landebahn bezahlt

06.05.2016
Das Projekt der dritten Startbahn wirft – ebenso wie das jüngst eröffnete Satellitengebäude für Terminal 2 – in der Öffentlichkeit immer wieder die Frage auf, wie der Flughafen München diese enormen Investitionen überhaupt finanzieren könne und ob nicht am Ende vielleicht doch der Steuerzahler dafür aufkommen müsse. Darauf gibt es eine ganz klare Antwort.

Bedeutendes Infrastrukturprojekt für Deuschland

Die dritte Start- und Landebahn am Flughafen München ist eines der bedeutendsten Infrastrukturprojekte in Deutschland und die Voraussetzung dafür, dass der Flughafen München seine herausragende Position im internationalen Flugverkehr und seine wichtige Rolle für die Region und für Bayern halten und weiter ausbauen kann. Dieses Zukunftsprojekt wird nach derzeitiger Schätzung im Falle einer zeitnahen Realisierung rund 1,6 Milliarden Euro kosten. In diese Summe sind nicht nur die reinen Baukosten eingerechnet, sondern auch die Aufwendungen für Schallschutz- und Umweltschutzmaßnahmen sowie den freiwillig eingerichteten Umlandfonds für Infrastrukturmaßnahmen und zur Kompensation besonderer Härten und Sonderlasten in einer Gesamthöhe von rund 320 Millionen Euro.

Diese Kostenberechnung berücksichtigt bereits sämtliche Preissteigerungseffekte, die bei den Baukosten gegenüber der letzten Kostenschätzung aus dem Jahr 2011 entstanden sind, sowie Anpassungen der Ausführungsplanung aufgrund von aktualisierten DIN-Normen und technischen Regelwerken. Außerdem wurden die Mehraufwände eingerechnet, die durch die Unterbrechung des Projekts und den Zeitverzug infolge des Bürgerentscheides aus dem Jahr 2012 entstanden.

Finanzierung aus der laufenden Geschäftstätigkeit

In der Öffentlichkeit wird immer wieder die Frage gestellt, wie der Flughafen diese enorme Summe finanzieren könne, und wieviel am Ende doch der Steuerzahler beitragen müsse. Die Wahrheit ist: keinen einzigen Cent. Der Flughafen München wird die Milliardeninvestition vollständig aus eigener Kraft stemmen. Er ist dazu in der Lage, weil er nicht nur der beste Airport Europas sondern auch einer der wirtschaftlich erfolgreichsten ist. 2015 stieg das Ergebnis der Flughafen München GmbH nach Steuern (EAT) auf einen Rekordwert von 135 Millionen Euro bei einem Umsatz von 1,25 Milliarden Euro.

Die laufende Geschäftstätigkeit generiert einen jährlichen operativen Cashflow von über 400 Millionen Euro, der eine ausreichende Grundlage für die Finanzierung der dritten Start- und Landebahn bildet. Dies wurde von einem international renommierten Finanzberaterinstitut geprüft und bestätigt. Auch die anderen Ausbaumaßnahmen seit 1992 – wie beispielsweise das München Airport Center, das Terminal 2, die Flughafenhotels oder das neue Satellitengebäude – hat das Unternehmen selbst finanziert und dabei Investitionen in Milliardenhöhe getätigt.

2015 erneuter Passierrekord

Mit dem Bau der dritten Start- und Landebahn schafft der Flughafen München die Voraussetzung dafür, dass er seine herausragende Position im internationalen Flugverkehr und seine wichtige Rolle für die Region halten und weiter ausbauen kann.

Noch wächst der Flughafen: im vergangenen Jahr verzeichnete er mit 41 Millionen Fluggästen einen neuen Passagierrekord. Die Zahl der Starts und Landungen stieg 2015 auf rund 380.000. Doch das bestehende 2-Bahnen-System arbeitet bereits jetzt am Limit. An Werktagen sind die Kapazitäten des Flughafens über weite Strecken ausgeschöpft. Wenn aber Fluggesellschaften von und nach München keinen neuen Verbindungen mehr anbieten können, werden sie auf andere Drehkreuze ausweichen.

Zukunftsprojekt von enormer Bedeutung weit über die Region hinaus

Daher ist der Bau der dritten Start- und Landebahn für München und Bayern ein Zukunftsprojekt von enormer Bedeutung. Denn es geht dabei nicht um die Frage „Wachstum oder Status Quo". Vielmehr wäre ohne die zusätzliche Bahn auch der heutige Bestand an attraktiven Direktverbindungen gefährdet. München drohte, im Luftverkehr abgehängt zu werden.

Mit der dritten Bahn hingegen kann die gemeinsame Erfolgsgeschichte des Flughafens mit der Region und Bayern fortgeschrieben werden. Allerdings drängt die Zeit: Würde man morgen mit dem Bau einer dritten Start- und Landebahn beginnen, wäre diese frühestens 2021 fertig.