Spitzentechnologie spart Treibhausgas

Spitzentechnologie spart Treibhausgas

03.12.2015
Im November ist das neue Blockheizkraftwerk des Flughafens in Dauerbetrieb gegangen: Damit deckt der Airport den Großteil seines Energiebedarfs umwelt- und klimafreundlich selbst. Durch modernste Technologie und Kraft-Wärme-Kopplung spart das neue Kraftwerk rund 40.000 Tonnen CO2 ein. 60 Millionen Euro hat der Flughafen in die neue Anlage auf dem Flughafencampus investiert.

Genug Strom für 50.000 Haushalte

Das neue Kraftwerk hat eine Leistung von 24 Megawatt - genug um theoretisch 50.000 Privathaushalte mit Strom zu versorgen. „Wir erzeugen jetzt insgesamt jährlich rund 120 Millionen Kilowattstunden Strom“, sagt Rainer Hörl, beim Flughafen München verantwortlich für Energie- Wasser- und Abfallwirtschaft. Mit dem Kraftwerk können 60 Prozent des Strombedarfs und mehr als 85 Prozent des Wärmebedarfs am Airport umweltfreundlich vom Flughafen selbst produziert werden.

Abwärme sorgt auch für Kühlung

Dafür treiben rund um die Uhr sechs große mit Erdgas betriebene Verbrennungsmotoren jeweils einen Stromgenerator an. Die entstehende Abwärme wird in der kühlen Jahreszeit zum Heizen und im Sommer nach Umwandlung in einer Absorptionskältemaschine auch zur Kühlung genutzt. Etwas schwieriger seien nur die Übergangsmonate, in denen weder geheizt noch gekühlt wird, erläutert Hörl: „Da können wir die Abwärme nicht nutzen und müssen die Energieproduktion etwas drosseln.“

Neue Energiezentrale

Das neue Blockheizkraftwerk ist der zentrale Baustein in der Energie-Strategie des Flughafens. Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist die neue Energiezentrale Ost mit sechs Turbo-Kältemaschinen. „Sobald der Satellit an den Start geht, übernimmt die neue Energiezentrale dessen komplette Strom- und Kälteversorgung“, erklärt die Projektleiterin Natalie Friedrich. Bereits im Sommer ist das neue Umspannwerk im westlichen Teil des Flughafens fertig geworden. Es hat Anschluss an das Versorgungsnetz der Stadtwerke München und bietet neben der Energielieferung aus dem Blockheizkraftwerk eine zweite unabhängige Stromversorgung aus dem öffentlichen Netz. Zwei fast vier Kilometer lange unterirdische 20-kV-Trasse befördern die elektrische Leistung vom Umspannwerk zur neuen Energiezentrale.

Klimaneutrales Wachstum

Der Flughafen hat sich klimaneutrales Wachstum zum Ziel gesetzt. Das bedeutet, dass weder der erwartete Anstieg des Verkehrsaufkommens noch die derzeitigen Erweiterungen bzw. Ausbaupläne zu einem Anstieg der CO2-Emissionen führen dürfen. Das Unternehmen hat daher seit 2008 ambitionierte Maßnahmen eingeleitet, die dazu führten, dass der dem Flughafen zugerechnete CO2-Ausstoß des Jahres 2005 von rund 162.000 Tonnen auf rund 150.000 Tonnen im Jahr 2014 gesunken ist. Bezogen auf einen Passagier ist der Ausstoß von Treibhausgasen auf dem Münchner Flughafen in dieser Zeit um mehr als 30 Prozent gesunken. Ohne die über 150 Einzelmaßnahmen wäre der CO2-Ausstoss des Münchner Flughafens hingegen um rund 20.000 Tonnen gestiegen, bis 2020 würde er sogar um 50.000 bis 80.000 Tonnen ansteigen im Vergleich zum Basisjahr 2005.

Weitere Energiesparmaßnahmen

Die ehrgeizige Klimastrategie erfordert, dass auch in den nächsten Jahren eine Steigerung der Energieeffizienz um mindestens den Faktor, um den die Energieleistung aufgrund des Verkehrswachstums steigen würde. Erheblich investiert hat der Flughafen daher auch in so genannte PCA-Anlagen, die bei stehenden Flugzeugen am Terminal komplett die Wärme- bzw. Kälte-Versorgung übernehmen, so dass die Piloten die dafür vorgesehenen Hilfsturbinen an den Maschinen künftig ausschalten können. Die neuen stationären Anlagen gehen 2016 in Betrieb und sparen dann mehr als 23.500 Tonnen Treibhausgas pro Jahr ein. Gespeist werden auch sie vom neuen Blockheizkraftwerk.