Hier wird Münchens "Leiseflieger" gebaut

Hier wird Münchens Leiseflieger gebaut

Reportage von der Endmontage des A350

Lufthansa stationiert mit dem A350 das modernste Langstrecken-Flugzeug der Welt in München. Ingo Anspach, Leiter des Bereichs Presse am Flughafen München, hat sich für die Flughafenzeitung in Toulouse bei der Endmontage umgesehen.

65 Meter Spannweite

Etwas Großes kommt auf den Münchner Flughafen zu: Mit einer Länge von knapp 67 Metern und einer Spannweite von 65 Metern wird der neue zweistrahlige Airbus A350-900 fast 300 Passagiere befördern können. Insgesamt 25 Langstreckenflugzeuge von diesem Typ hat Lufthansa bestellt und die ersten zehn davon sollen in München stationiert werden. Die erste Maschine wird zurzeit in der "Final Assembly Line" in Toulouse fertiggestellt.

Die verschiedenen Komponenten – von den Tragflächen über die Cockpit- und Rumpfsektionen bis zu den Leit- und Fahrwerken – kommen wie bei früheren Airbusmodellen aus Werken in Frankreich, Spanien, Deutschland und Großbritannien. Sie werden nun bei der Endmontage zusammengefügt. Das erste Münchner Flaggschiff der Lufthansa befindet sich gegenwärtig in der sogenannten "Station 40". Hier werden die Tragflächen am Rumpf der Maschine angebracht.

Das Cockpit: Ein großartiger Arbeitsplatz

Flugkapitän Martin Hoell, Leiter der Münchner Langstreckenflotte, wird das neue Fluggerät im Winter von Toulouse nach München überführen. Vor einem Jahr hatte er erstmals Gelegenheit, einen Airbus A350 zu fliegen. "Ich habe mich im Cockpit dieser Maschine von Anfang an sehr wohl gefühlt. Es ist ein großzügiger Arbeitsplatz. Die Anordnung der Bedienelemente und Anzeigen entspricht dem Airbus A 330 und man hat auf den Bildschirmen alle relevanten Informationen sofort im Blickfeld", sagt Hoell, unter dessen Leitung die Münchner Langstreckenpiloten für das neue Flugzeug geschult werden.

Aber nicht nur die Piloten werden in den kommenden Monaten auf die Einführung des neuen Großraumflugzeugs vorbereitet: Von der Wartung über das Catering bis zur Flugplanung gibt es etliche Konzernbereiche der Lufthansa, die sich jetzt bereits mit dem neuen Fluggerät vertraut machen.

Leise und sparsam

Durch den Erwerb und Einsatz des weltweit modernsten Langstreckenflugzeugs wird die Lufthansa unter ökonomischen und ökologischen Gesichtspunkten erhebliche Verbesserungen erzielen. Der mit den neuen XWB-Triebwerken von Rolls-Royce ausgestattete Großraumjet reduziert Treibstoffverbrauch und Emissionen gegenüber vergleichbaren Langstreckenflugzeugen um stolze 25 Prozent.

Einen echten Quantensprung verspricht der neue Airbus aber vor allem beim Thema Fluglärm, denn der Lärmteppich des A350 ist um 50 Prozent kleiner als bei vergleichbaren Flugzeugtypen. Die gewichtigen Vorteile gehen bei dem neuen Langstreckenjet mit einer verblüffenden Leichtigkeit einher, denn die Maschine besteht zu 70 Prozent aus Verbundwerkstoffen und anderen hochmodernen Materialien. "Bei Vollauslastung ist dieses Flugzeug um 70 bis 80 Tonnen leichter als seine Vorgänger", sagt Karl-Henner Wilhelm, der als Projektleiter für die Integration des neuen Flugzeugs in die Lufthansaflotte verantwortlich ist.

Flexibel, effizient und komfortabel

Für Thomas Winkelmann, den Chef des Lufthansa-Hubs München, ist die Einführung des Airbus A350 der nächste große Qualitätssprung nach der erfolgreichen Inbetriebnahme des Satellitenterminals: "Wir bekommen damit das optimale Fluggerät zur Weiterentwicklung unseres Drehkreuzverkehrs in München: Es ist flexibel einsetzbar, extrem effizient und erfüllt auch im Hinblick auf Service und Reisekomfort höchste Anforderungen. Da wir damit gleichzeitig eine erhebliche Entlastung beim Fluglärm erzielen, ist die Einführung des A350 nicht nur für unsere Passagiere, sondern insbesondere auch für die Flughafennachbarn eine richtig gute Nachricht."