Keyvisual

Sendungsnachbericht »Jetzt red i« zur 3. Bahn

Jetzt red i: Debatte um die 3. Bahn

18.05.2017

Live aus Attaching (Landkreis Freising) sendete das Bayerische Fernsehen am 17. Mai 2017 das Format »Jetzt red i«. Das Thema »25 Jahre Flughafen München – Wohin geht die Reise« zielte auf den geplanten Ausbau und die Erweiterung um eine dritte Start- und Landebahn ab. Gegner und Befürworter tauschten nicht nur in der zum TV-Studio umfunktionierten Attachinger Turnhalle ihre Argumente aus. Auf der Facebook-Präsenz »BR24« tobte eine hitzige Debatte, ausgewählte Beiträge wurden erstmals auch direkt in die Sendung transportiert.

Neben interessierten Bürgern, Aufgemuckt-Aktivisten und Startbahnbefürwortern waren mit dem CSU-Politiker Erwin Huber und dem Grünen-Politiker Ludwig Hartmann zwei Landespolitiker zu Gast, deren Position nicht unterschiedlicher hätte sein können. Zudem erhielt die Diskussion zusätzlichen Schwung, weil kurz zuvor der Aufsichtsratsvorsitzende der Flughafen München GmbH (FMG) und Bayerische Finanzminister Dr. Markus Söder einen neuerlichen Bürgerentscheid zur 3. Bahn gefordert hatte.

Erwin Huber verwies unter anderem auf die die seit Jahren kontinuierlich steigenden Fluggastzahlen. Er betonte: »Die Zukunft wird insgesamt mehr Flugverkehr bringen.« Darauf müsse die Politik reagieren und die Infrastruktur bedarfsgerecht ausbauen, genauso wie das beim Straßen- und Schienenverkehr der Fall sei.

Der Verkehrsexperte des Bayerischen Rundfunks, Stefan Lina, bestätigte diese Tendenz: Alle Prognosen deuteten derzeit darauf hin, dass der Luftverkehr in der Welt, in Deutschland und in München zunehmen wird. Er betonte: »Infrastrukturprojekte werden immer in die Zukunft gebaut. Das ist eine rein politische Entscheidung.«

Ein Slot-Manager des Münchner Airports saß im Publikum und schilderte die Situation aus seiner Sicht: Er erlebe Tag für Tag, dass Airlines nach München fliegen möchten, aber wegen fehlender Zeitfenster für Starts und Landungen abgewiesen werden müssen. Schon seit geraumer Zeit werde der Verkehr an München vorbei an andere Drehkreuze wie Wien, Zürich oder Amsterdam geführt.

Eine emotionale Perspektive eröffnete ein anderer Unterstützer des Flughafenausbaus. Er schilderte anhand seiner persönlichen Situation das Beispiel einer deutsch-spanischen Familie, für die Heimat aus zwei Standorten besteht: »Menschen wie wir sind dafür verantwortlich, dass hier immer mehr geflogen wird.« Jede neue Flugverbindung sei für viele Familien, die in einer ähnlichen Situation sind, ein Segen.

Ein weiterer Mitarbeiter des Flughafens stellte die umfangreichen Bemühungen seiner Kollegen heraus, die sich tagtäglich um einen umweltschonenden und effizienten Betrieb bemühen. Er bedauere, dass die Arbeit dieser Menschen zu wenig wertgeschätzt werde: »Wir haben hier einen Fünf Sterne Flughafen, den besten Airport in Europa – warum können wir darauf nicht einfach mal stolz sein?«

Mehr erfahren: »Jetzt red i«-Sendung ansehen und Facebook-Kommentare lesen