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Branchengespräch Luftfracht

Luftfracht ohne Passagierverkehr nicht denkbar

26.09.2016

Vertreter aus Politik, Luftverkehr und Logistik haben beim vierten Branchengespräch Luftfracht am Flughafen München über die enge Verzahnung von Passagier- und Frachtverkehr sowie wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen diskutiert.

Bei dem Treffen wurde eine Studie zur Bedeutung von Luftfracht als Beiladefracht vorgestellt. Danach beförderten im Jahr 2015 Passagiermaschinen rund 47 Prozent des Luftfrachtaufkommens weltweit als Beiladefracht, so genannte »Bellyfracht«. Im gerade für Deutschland bedeutsamen interkontinentalen Luftverkehr zwischen Europa und Nordamerika sind es sogar 57 Prozent des Luftfrachtaufkommens.

Häufig gelangen Warentransporte nur mit Passagiermaschinen an Orte, die von klassischen Frachtmaschinen nicht angeflogen werden. Doch auch umgekehrt gilt laut BDL: Das gegenwärtige Flugangebot im Passagierverkehr wäre ohne den Transport von Luftfracht als Beiladefracht in dieser Form wirtschaftlich nicht rentabel, so Matthias von Randow, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL).

Die optimale Verkehrsanbindung an alle Weltmärkte sei im Werben um Firmenansiedlungen ein Hauptargument, so Wirtschaftsstaatssekretär Pschierer. Er betonte in diesem Zusammenhang auch die Bedeutung des geplanten Flughafenausbaus. Bayern sei »entscheidend angewiesen auf Luftfracht und Luftverkehr« und müsse daher »beim Ausbau der Infrastruktur vorangehen«.

Flughafen-Chef Dr. Michael Kerkloh pflichtete dem Wirtschaftsstaatsekretär bei. »Heute sind große Projekte nur noch schwer durchzusetzen«, bedauerte Kerkloh. Umso wichtiger sei eine Kommunikation, die deutlich mache: »Wenn wir ausbauen, dann so grün wie möglich.«

Neben Randow, Pschierer und Kerkloh nahmen an dem Podiumsgespräch auch Michael Hoppe von der Airline-Interessensvertretung Barig teil. Sie alle riefen die Politik dazu auf, wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen für den Luftverkehr zu schaffen und die Wettbewerbsfähigkeit des Luftfahrtstandortes Deutschland nicht durch nationale Alleingänge zu schwächen.