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Bayerische Wirtschaft fordert 3. Bahn

Bayerische Wirtschaft fordert Bau der 3. Bahn

16.10.2015

Die vbw (Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V.) hat eine umfassende Studie zur wirtschaftlichen Bedeutung des Flughafens München für Bayern vorgestellt. vbw Präsident Alfred Gaffal sagte: »Unsere Analyse zeigt: Als internationales Luftverkehrsdrehkreuz sichert der Flughafen München 4,4 Milliarden Euro Wertschöpfung pro Jahr und fast 70.000 Arbeitsplätze in ganz Bayern. Gleichzeitig macht die Studie deutlich: Ein Verlust der Drehkreuzfunktion würde zu erheblichen Wohlstandsverlusten für den Freistaat führen.«

Demnach fielen nicht nur gut 17.000 Arbeitsplätze weg, sondern die Wettbewerbsfähigkeit Bayerns würde im Ganzen leiden. Gaffal sagte: »Damit sich der Flughafen strategisch weiterentwickeln und seine Position als internationales Drehkreuz behaupten kann, brauchen wir einen bedarfsgerechten Ausbau. Dazu gehört die dritte Start- und Landebahn. Sie ist ein Leitprojekt für die Zukunftsfähigkeit Bayerns und im Interesse der Wirtschaft und der gesamten Gesellschaft. Die Politik muss deshalb jetzt die Voraussetzungen für einen zügigen Baubeginn schaffen.«

vbw-Präsident Gaffal: »Ohne Ausbau wird die gute Position des Flughafens nicht zu halten sein!«

Die im Auftrag der vbw von der IW Consult GmbH in Zusammenarbeit mit dem Economica Institut und dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln erstellte Studie entwirft verschiedene Szenarien für die weitere Entwicklung des Flughafens. Der Bau der dritten Bahn würde demnach in Bayern eine zusätzliche Wertschöpfung von 862 Millionen Euro pro Jahr und über 15.300 weitere Arbeitsplätze schaffen. »Der Effekt wäre noch viel größer, wenn die Anbindung des Flughafens an das Straßen- und Schienennetz durch die Umsetzung der überfälligen Projekte verbessert würde«, so Gaffal.

Der vbw-Präsident machte deutlich, dass die heute noch starke Position des Luftverkehrsdrehkreuzes München zunehmend unter Druck gerät: »Der Flughafen ist mit einem verschärften Wettbewerbsumfeld und neuen Konkurrenten konfrontiert. Konkurrenz droht vor allem aus der Türkei und den Golfstaaten mit ihren wachstumsstarken Fluggesellschaften, hohen finanziellen Ressourcen und schnellen Planungsverfahren beim Infrastrukturausbau. Um die Hub-Funktion des Münchner Flughafens zu erhalten, müssen in den nachfragestarken Zeiten ausreichend viele Slots für Umsteigeverbindungen zur Verfügung stehen. Der Flughafen München ist heute schon in den Hauptverkehrszeiten überlastet. Ohne Ausbau wird seine gute Position nicht zu halten sein«, so der vbw Präsident.

Kerkloh: »Ein Zukunftsprojekt für die nächsten Jahrzehnte!«

Flughafenchef Dr. Michael Kerkloh bekräftigte nach der Veröffentlichung der Studie: »Diese Zahlen machen deutlich, dass der Flughafenausbau ein Konjunkturprogramm für ganz Bayern ist«. Er betonte, dass es um ein Zukunftsprojekt für die nächsten Jahrzehnte gehe, von dem vor allem die kommenden Generationen profitieren werden. »Die entscheidende Frage ist, ob wir unsere Chancen nutzen oder aufs Spiel setzen wollen.«

Auch die Bayerische Wirtschaftsministerin, Ilse Aigner, machte sich nach der Publikation der Studie erneut für den Ausbau des Flughafens stark: »Bayern darf nicht ins Hintertreffen geraten. Wir brauchen dringender denn je eine florierende Wirtschaft, um die aktuell großen Herausforderungen finanziell zu meistern. Wir brauchen Zukunftsinvestitionen in Verkehrsinfrastrukturen, um die Standortstärke Bayerns, die hohe Lebensqualität sowie die globale Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.«