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Siemens-Chef plädiert für dritte Startbahn

Siemens-Chef plädiert für dritte Startbahn

17.08.2015

So deutlich wie nie zuvor positioniert sich nun auch die Wirtschaft für das für Bayern so wichtige Zukunftsprojekt Flughafenausbau: Im Gespräch mit der Passauer Neuen Presse hat Siemens-Chef Joe Kaeser dazu aufgerufen, einen neuen Anlauf zum Bau einer dritten Bahn am Münchner Flughafen zu starten. Die Region um München habe »da strukturpolitisch eine riesige Chance verpasst, und wir sollten das jetzt bei Gelegenheit korrigieren«, argumentierte der Vorstandsvorsitzende des DAX-Unternehmens. Während in Zukunft tausende Arbeitsplätze durch die Digitalisierung verschwinden würden, seien Jobs wie die am Münchner Flughafen nicht bedroht, argumentierte Kaeser: »Im Gegenteil: Sie profitieren durch die Digitalisierung, weil nämlich Güter schneller und häufiger umgesetzt werden, weil viel mehr Menschen reisen, weil die Welt noch globaler werden wird, weil das Internet exterritorial ist und weil München und Bayern nicht nur für Touristen, sondern auch für Unternehmen sehr attraktiv sind.«

Was, fragte Kaeser, wenn in der Region irgendwann die Automobilindustrie schwächele, was niemand hoffe: »Erinnern wir uns dann zurück und sagen: Da hätten wir locker 3.000 Jobs schaffen können, aber einige Münchner Bürger waren dagegen? Und trauern dann vergebenen Chancen nach? Das ist nicht das, was ich unter verantwortungsvollem Handeln verstehe.«

Der Siemens-Chef kritisierte in diesem Zusammenhang die Tendenz, immer mehr auf Bürgerentscheide abzuwälzen, und forderte: »Wir brauchen mehr Mut in der gesellschaftlichen Elite, wirklich Führung zu übernehmen. Diejenigen, die Führungsverantwortung übernommen haben, müssen auch den Anspruch haben, sie auszuüben und sich intensiver mit den Dingen zu befassen, als diejenigen, die sie mit der Führung beauftragt haben.«

Derzeit führen die Geschäftsführung des Flughafens sowie Verantwortliche im Projekt 3.0 zahlreiche Gespräche mit weiteren führenden Wirtschaftspersönlichkeiten in und um München, um Unterstützer für unser wichtigstes Zukunftsprojekt zu gewinnen.

Beitrag in der Passauer Neue Presse