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Der Flughafen München – macht sich stark für die Umwelt

Der Flughafen München – macht sich stark für die Umwelt

Ob beim Lärm-, Natur- oder Klimaschutz, bei der Abfallwirtschaft oder beim Wassermanagement: der Flughafen München weiß um seine Verantwortung für Menschen und Natur in seinem Umfeld und verfolgt deshalb zahlreiche Maßnahmen, um die Auswirkungen des Flugbetriebs auf die Umwelt so gering wie möglich zu halten. Einige davon sind weltweit einzigartig.

Verantwortung für kommende Generationen

Ein Flughafen hat als große Verkehrsinfrastruktur naturgemäß Auswirkungen auf die Umwelt. So entsprechen der Energieverbrauch und die Emissionen eines großen Flughafens denen einer kleinen Stadt. Umso wichtiger sind Maßnahmen, um Belastungen zu vermeiden und zu mindern sowie im Sinne kommender Generationen sparsam und verantwortlich mit natürlichen Ressourcen umzugehen. Der Flughafen München verfolgt daher seit seiner Inbetriebnahme ein ebenso ambitioniertes wie innovatives Programm.

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Geringste Lärmbelastung eines Flughafens in Deutschland

Nirgendwo in Deutschland ist der Betrieb eines Großflughafens mit weniger Lärmbelastung für die Menschen im Umland verbunden als in München. Während in Frankfurt über 197.000 Menschen von Fluglärm über 55 dB(A) betroffen sind, sind es in München und seinem Umland rund 11.300 Menschen.

Seit der Eröffnung des Flughafens konnten Großprojekte umgesetzt und modifizierte Regelungen eingeführt werden, die die Auswirkungen des Lärms deutlich reduzieren. Mit der Änderung der Nachtflugregelung wurde 2001 das Nachtschutzgebiet um den Flughafen München herum erweitert und ein kombiniertes Tag-Nachtschutzgebiet ausgewiesen.

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In Gebäuden im Umland wurden im Rahmen eines umfassenden Schallschutzprogramms rund 21.000 Schallschutzfenster und rund 20.000 Lüfter eingebaut. Seit 1992 hat der Flughafen insgesamt 62 Millionen Euro in Schallschutzmaßnahmen investiert.

Fluglärmüberwachung online

Auch Transparenz und Information werden groß geschrieben: Der Flughafen betreibt 16 stationäre und drei mobile Lärmmessstationen, ein Fluglärmbeschwerdetelefon und die Informationsplattform „Fluglärmüberwachung-Online“ (FLUMO) im Internet.

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Aktiver Schallschutz: Lärm an der Quelle mindern

Um den Lärm an seiner Quelle zu reduzieren, unterstützt der Flughafen in Zusammenarbeit mit der Deutschen Flugsicherung und den Fluggesellschaften Optimierungen bei An- und Abflugverfahren, so zum Beispiel kontinuierlichen Sinkflug mit den Triebwerken im Leerlauf.

Durch lärmdifferenzierte Start- bzw. Landeentgelte schafft der Flughafen München einen starken Anreiz für Fluggesellschaften, modernes und leises Fluggerät einzusetzen. So fördert er moderne Triebwerkstechnologie und treibt die Umrüstung von Flotten voran. Ein veralteter, lauter Flugzeugtyp startet heute in München bis zu achtmal teurer als ein leiser. Anfang 2009 hat die Flughafen München GmbH diesen Entgeltanteil um 60 Prozent erhöht.

Erster CO2-neutraler Airport Deutschlands

Den Airportbetrieb so umweltschonend wie möglich zu gestalten, gehört seit vielen Jahren zur Unternehmensstrategie der FMG. Seit 2016 ist es sogar ein erklärtes Ziel, Deutschlands erster CO2-neutral betriebener Airport zu werden. Insgesamt wendet die FMG dafür 150 Millionen Euro auf. Der Beschluss der Aufsichtsgremien sieht vor, dass der Flughafen die ihm direkt zurechenbaren CO2-Emissionen bis zum Jahr 2030 um 60 Prozent reduziert. Dieser Wert kann nach Ansicht von Experten mit technischen und innovativen Maßnahmen erreicht werden. Die verbleibenden 40 Prozent sollen durch geeignete Kompensationsmaßnahmen wie die Unterstützung von – vorzugweise regionalen – Klimaprojekten ausgeglichen werden.

Um CO2-neutral zu werden, sind Maßnahmen in allen Bereichen vorgesehen. Im Fokus stehen unter anderem die Energieversorgung, eine klimaeffizientere Gebäudetechnik, ein besonders umweltfreundlicher Fuhrpark, die Außenbeleuchtung und die weitere Optimierung des Stromverbrauchs der Gepäckförderanlage.

Bereits im Jahr 2009 hatte sich der Flughafen München zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2020 CO2-neutral zu wachsen. Im Vergleich zum Basisjahr 2005 konnte der Flughafen München bis 2015 bereits 30.000 Tonnen CO2 nachhaltig einsparen – obwohl in diesem Zeitraum die Zahl der Passagiere um 43 Prozent gestiegen ist. 2015 lag der Flughafen um 9.000 Tonnen CO2 besser als der Zielwert für das Jahr 2020.

Kompletter CO2-Footprint erfasst

Die Klimaschutzmaßnahmen des Flughafens umfassen den kompletten CO2-Footprint, das heißt sowohl alle direkten Emissionen des Flughafens selbst als auch die indirekten Emissionen der zugekauften Energie. Hinzu kommen auch die Emissionen seiner Kunden und Nutzer: der Fluggesellschaften, der Hotels und Läden, des öffentlichen und privaten Verkehrs.

Mehr erfahren: CO2-Monitoring und -Footprint

Der größte Anteil des gesamten Footprints, 62 Prozent, entfällt auf den CO2-Ausstoß der Flugzeuge am Boden sowie beim Starten und Landen unterhalb von 3.000 Fuß (914 Metern) – die international definierte Höhe, bis zu der die Treibhausgase aus den Flugzeugturbinen den Flughäfen zugerechnet werden. Durch den Einsatz moderner Flugzeuge hat die Luftfahrt ihren Treibstoffverbrauch pro Passagier in den vergangenen Jahren so weit verbessert, wie keine andere Branche. So verbraucht Deutschlands Luftflotte heute durchschnittlich weniger als vier Liter Kerosin pro 100 Kilometer und Passagier, 42 Prozent weniger als 1990.

Klimaschutz international ausgezeichnet

Für sein CO2-Management wurde der Münchner Flughafen 2017 zum siebten Mal in Folge mit dem Gütesiegel Airport Carbon Accreditation zertifiziert, das der europäische Dachverband der Flughäfen Airports Council International vergibt. Von den vier Bewertungsstufen erhielt München als erster deutscher Flughafen Level 3.

Mehr erfahren: Airport Carbon Accreditation

Beim Ranking im Rahmen des renommierten Carbon Disclosure Project (CDP) im November 2015 erreichte der Flughafen München erneut ein Spitzenranking unter den Top 3 in der Transportbranche. Unter den Flughäfen, die weltweit teilnahmen, belegte München den Spitzenplatz.

Naturschutz und Artenvielfalt

Rund zwei Drittel des 1.586 ha großen Geländes innerhalb des Flughafenzauns sind Grünflächen. Davon kommt den rund 658 ha großen Flughafenwiesen neben den zwei Start- und Landebahnen eine zentrale Bedeutung für die ökologische Einbindung des Flughafens in seine Umgebung zu. Vor allem diese hochwertigen Wiesen bieten vielen seltenen Pflanzen- und Tierarten einen wichtigen Lebensraum.

Mehr erfahren: Artenschutz

Das auf dem Gelände seit der Inbetriebnahme im Jahr 1992 praktizierte Pflege- und Biotopmanagement fördert die Entwicklung und den Erhalt der so genannten mageren, das heißt nährstoffarmen Wiesen, die für die Artenvielfalt wesentlich wertvoller sind als die intensiv bewirtschafteten Flächen außerhalb des Flughafenzauns.

So konnten sich im Laufe der Jahre innerhalb des Flughafenzauns viele bedrohte Tiere, besonders seltene Wiesenvogelarten, ansiedeln und heimisch werden, die außerhalb des Zauns in der Kulturlandschaft kaum mehr vorkommen. Unter anderem fliegt jedes Jahr im Frühjahr der vom Aussterben bedrohte Große Brachvogel zur erfolgreichen Brut und Jungenaufzucht am Flughafen München ein. Die Zahl von jährlich über 50 Brutpaaren dieser Art auf den Flughafenwiesen ist ein Spitzenwert in ganz Bayern.

Das Flughafengelände bildet für die Wiesenbrüterarten den zentralen Bestandteil des 2008 ausgewiesenen Europäischen Vogelschutzgebietes. Im gesamten Gebiet sind 40 Vogelarten unter Schutz gestellt, wie z.B. Großer Brachvogel, Feldlerche und Grauammer sowie Blaukehlchen und Flussregenpfeifer. Die Praxis der vergangenen Jahre hat deutlich gezeigt, dass sicherer Flugbetrieb und Vogelschutz sehr gut vereinbar sind und sich am Flughafen München diese scheinbaren Gegensätzlichkeiten sogar beeindruckend ergänzen.

Transparenz bei der Luftgüte

Der Flughafen München ist der erste deutsche Flughafen, der Nachbargemeinden eine mobile Lufthygienemessstelle anbietet. Daneben betreibt er zwei stationäre Messstationen, außerdem ein Bio-Monitoring, bei dem u.a. Gras- und Grünkohlkulturen auf Schadstoffeinflüsse untersucht werden.

Alle Grenzwerte für landwirtschaftliche Futtermittel und pflanzliche Lebensmittel werden im Umfeld des Münchner Flughafens stets unterschritten. Ein kontinuierliches Bienen-Monitoring zeigt, dass die Luft um den Flughafen weder die Vitalität der Bienen, noch die Qualität von Pollen, Wachs und Honig beeinträchtigt.

Mehr erfahren: Ergebnisse der Luftgütemessung 2015

Hohe Wiederverwertungsquoten

Die Abfallwirtschaft des Flughafens setzt entsprechend dem Kreislaufwirtschaftsgesetz vor allem darauf, Abfälle zu vermeiden. Erst danach kommen in absteigender Hierarchie Aufbereitung, Recycling, energetische Verwertung und Beseitigung. Anfallende Wertstoffe aus allen Bereichen des Flughafenbetriebs werden bereits am Entstehungsort in unterschiedlichen Trennsystemen gesammelt, zertifizierten Fachbetrieben im nahen Umkreis des Flughafens übergeben, in Sortieranlagen aufbereitet und anschließend recycelt.

Mehr erfahren: Abfallwirtschaft

In der Summe werden von den am Flughafen anfallenden Abfällen rund 57 Prozent stofflich wiederverwertet (Folien, Glas, Holz, Metall), dazu kommen 22 Prozent der Abfälle, die als Altpapier in einer Papierfabrik verarbeitet werden. Rund 11 Prozent aller Abfälle sind Speisereste. Aus ihnen wird in Biogasanlagen wertvoller Brennstoff gewonnen. Die verbleibenden 10 Prozent aller Abfälle werden im Heizkraftwerk München Nord in Strom und Wärme umgewandelt.

Sparsamer Umgang mit Trinkwasser

Ziel des Wassermanagements am Münchner Flughafen ist es, alle Einwirkungen auf ober- und unterirdische Gewässer so schonend zu gestalten, dass der Wasserhaushalt so wenig wie möglich beeinflusst wird. So soll Trinkwasser auf dem Flughafen München nur dort verwendet werden, wo wirklich Trinkwasserqualität benötigt wird, wie beispielsweise in den Terminals. Für andere Zwecke, etwa zum Kühlen oder Waschen, kann oberflächennahes Grundwasser aus eigenen Brunnen direkt vor Ort genutzt werden.

Mehr erfahren: Wasserwirtschaft

Dem Schutz des Grundwassers in der Umgebung des Flughafens dient ein ausgefeiltes Abwassermanagement. Das Kanalnetz ist rund 300 Kilometer lang und erfasst das Abwasser differenziert in separaten Systemen, je nachdem, ob es sich um häusliches Abwasser, zum Beispiel aus Büros, um gewerbliches Abwasser aus Kantinen, um Abwasser aus der Flugzeugwäsche oder um Mischwasser aus Schmutz- und Niederschlagswasser etwa von den Vorfeldern handelt. Je nach Verschmutzungsgrad wird das Abwasser in einer flughafeneigenen Anlage vorbehandelt oder direkt der modernen und leistungsfähigen Kläranlage Eitting zugeführt.

Einzigartiges Recycling von Enteisungsmitteln

Der Umgang mit Ressourcen im Bereich Enteisung ist am Flughafen München weltweit einmalig. Auf Flächen nahe der Startbahnköpfe befreien Enteisungsfahrzeuge die Flugzeuge im Winter vor dem Start von Eis und Schnee.

Mehr erfahren: Enteisung und Recycling

Das von den Flugzeugen bei diesem Vorgang abtropfende Enteisungsmittel gelangt über Schlitzrinnen und Kanäle in ­eigens dafür vorgesehene unterirdische Auffangbecken. In der flughafeneigenen Recyclinganlage wird es anschließend mechanisch/chemisch behandelt, destilliert und durch Zugabe von Zusatzstoffen wieder in den ursprünglichen Zustand versetzt. Mit diesem Recyclingverfahren wurden im Winter 2013/2014 circa 60 Prozent der eingesetzten Flugzeug-Enteisungsmittel aufbereitet und wiederverwendet.